Fast 20 Jahre Unternehmertum bedeuten nicht nur Erfolg, Wachstum und neue Strategien. Sie bedeuten auch Fehler.
In der neuen Folge von „Kein Erfolg ist eine Absicht®“ spricht Markus Mensch offen darüber, welche Entscheidungen ihn in seiner Unternehmerlaufbahn Zeit, Geld und Wachstum gekostet haben.
Der Auslöser war ein Interview zu seinem kommenden 20-jährigen Firmenjubiläum. Auf die Frage nach seinen größten Fehlern fiel Markus zunächst nichts ein. Doch später, mit etwas Abstand, kamen viele Learnings hoch.
Genau diese teilt er in der Podcastfolge.
Es geht um Ego-Entscheidungen, falsche Kalkulation, zu spätes Personal Branding, zu spätes Delegieren, Mitarbeiterentscheidungen, Marketing, Geld, Hilfe und die Frage, warum Unternehmer nicht alles selbst können müssen.
Ego-Entscheidungen: Wenn das eigene Unternehmen zur Bühne wird
Einer der größten Fehler, den Markus Mensch rückblickend benennt, sind Ego-Entscheidungen.
Das sind Entscheidungen, die nicht aus wirtschaftlicher Klarheit entstehen, sondern aus persönlichem Wunsch, Stolz, Angst oder dem Gedanken: „Was sollen die anderen denken?“
Natürlich darf es im Unternehmertum auch Projekte geben, die Spaß machen. Markus nennt das „Spaßgeld“. Budgets, bei denen klar ist: Das zahlt vielleicht nicht direkt auf den Return on Investment ein, aber es fühlt sich richtig an oder macht Freude.
Problematisch wird es, wenn Unternehmer solche Entscheidungen nicht bewusst treffen, sondern sie mit strategischen Entscheidungen verwechseln.
Dann kostet Ego nicht nur Geld, sondern oft auch Zeit und Fokus.
Falsche Kalkulation kann Wachstum verhindern
Ein weiteres großes Learning: Viele Unternehmer kalkulieren zu positiv.
Sie rechnen ihren Wunschumsatz, vergessen aber wichtige Kostenpunkte. Steuern, Rücklagen, Investitionen, neue Mitarbeiter, Altersvorsorge, Versicherungen, Steuerberater, IHK, GEMA, Weiterbildung oder neue Webseiten werden nicht sauber eingeplant.
Am Ende bleibt weniger übrig, als gedacht.
Markus macht deutlich: Wenn nach allen Kosten weniger übrig bleibt, als eine Putzkraft verdient, dann stimmt das Geschäftsmodell oder Pricing nicht.
Genau hier zeigt sich, warum saubere Kalkulation so wichtig ist. Preise dürfen nicht nur den aktuellen Aufwand decken. Sie müssen auch Wachstum, Stabilität und Weiterentwicklung ermöglichen.
Personal Branding hätte früher beginnen müssen
Ein Fehler, den Markus Mensch ebenfalls klar benennt: Er hat zu spät begonnen, sich selbst als Marke aufzubauen.
Lange lag der Fokus auf der Unternehmensmarke. Erst später wurde klar, dass seine eigene Personal Brand deutlich stärker verkaufen kann als eine reine Firmenmarke.
Für Unternehmer, Coaches, Berater und Dienstleister ist das ein entscheidender Punkt. Menschen kaufen nicht nur eine Leistung. Sie kaufen Vertrauen in den Menschen dahinter.
Personal Branding ist deshalb kein Ego-Thema. Es ist ein Vertrauens- und Verkaufshebel.
Wer erst dann sichtbar wird, wenn das Unternehmen bereits steht, verschenkt oft wertvolle Zeit.
Zu lange alles selbst gemacht
Viele Unternehmer kennen diesen Fehler: Sie glauben, sie könnten sich keine Mitarbeiter leisten.
Markus beschreibt rückblickend, dass genau dieser Gedanke Wachstum gebremst hat. Statt frühzeitig einfache Tätigkeiten auszulagern, hat er vieles selbst gemacht: Buchhaltung, Belege, organisatorische Aufgaben und operative Kleinigkeiten.
Die Folge: weniger Zeit für Verkauf, Strategie und Wachstum.
Das eigentliche Problem war also nicht, dass Mitarbeiter zu teuer gewesen wären. Das Problem war, dass die eigene Zeit falsch eingesetzt wurde.
Wer als Unternehmer Tätigkeiten übernimmt, die andere günstiger und besser erledigen können, verliert an den Stellen Zeit, an denen er wirklich Umsatz erzeugen könnte.
Schlechte Mitarbeiter zu lange gehalten
Ein weiteres ehrliches Learning aus der Folge: Markus hat Mitarbeiter teilweise zu lange im Unternehmen gehalten, obwohl er schon wusste, dass es nicht passt.
Aus Angst vor Lücken, Aufwand oder kurzfristigen Problemen wird zu lange weggeschaut.
Doch schlechte Mitarbeiter kosten nicht nur Gehalt. Sie kosten Energie, Qualität, Stimmung, Kundenerlebnis und manchmal sogar Zukunft.
Markus sagt rückblickend klar: Manchmal wäre es besser gewesen, schneller zu handeln, statt ein Problem monatelang mitzuschleppen.
Das gilt nicht nur für Restaurants oder operative Unternehmen. Es gilt für jede Organisation.
Am Marketing sparen ist gefährlich
Ein weiterer Fehler: am Marketing sparen.
Gerade in frühen Phasen denken viele Unternehmer, Marketing sei ein Kostenblock, den man reduzieren kann. Doch Sichtbarkeit ist der Schlüssel zum Erfolg.
Wer nicht sichtbar ist, wird nicht wahrgenommen. Wer nicht wahrgenommen wird, wird nicht gebucht, empfohlen oder gekauft.
Marketing muss dabei nicht bedeuten, blind Geld in Werbung zu werfen. Aber Marketing muss strategisch ernst genommen werden.
Für Markus ist klar: Marketing ist Chefsache.
Das bedeutet nicht, dass der Unternehmer alles selbst machen muss. Aber er muss verstehen, was passiert, welche Strategie verfolgt wird und welche Wirkung entstehen soll.
Nicht alles selbst können müssen
Ein besonders wichtiger Punkt der Folge: Markus hat zu lange geglaubt, er müsse alles selbst können und wissen.
Heute sieht er es anders.
Wenn ein Problem auftaucht, sucht er sich Menschen, die genau dieses Problem lösen können: Trainer, Mentoren, Mitarbeiter, Dienstleister, Firmen oder Experten.
Das ist keine Schwäche. Das ist Wachstum.
Denn Unternehmer verschwenden enorm viel Zeit, wenn sie versuchen, sich alles selbst beizubringen. Zeit, die im Verkauf, in der Strategie oder in der Weiterentwicklung des Unternehmens deutlich besser eingesetzt wäre.
Markus bringt es zugespitzt auf den Punkt: Hast du ein Problem, wirf Geld drauf. Hast du ein großes Problem, wirf mehr Geld drauf.
Natürlich funktioniert das nur, wenn das eigene Pricing und Geschäftsmodell vorher richtig kalkuliert wurden.
Geld bleibt Chefsache
Auch wenn Unternehmer Aufgaben auslagern sollten, gibt es Bereiche, bei denen sie den Überblick behalten müssen. Geld gehört dazu.
Markus spricht darüber, dass viele Unternehmer nicht genau wissen, was auf ihren Konten passiert, welche Rechnungen bezahlt werden oder welche Investments sie wirklich verstehen.
Blindes Vertrauen kann teuer werden.
Die Lehre daraus: Auslagern ja, aber nicht wegschauen.
Unternehmer müssen nicht alles selbst machen. Aber sie müssen involviert bleiben.
Früher um Hilfe bitten
Ein weiteres Learning: Markus hat in schwierigen Situationen zu spät mit anderen gesprochen.
Gerade wenn ein Projekt nicht funktioniert oder ein Unternehmensteil Probleme macht, versuchen viele Unternehmer, den Schein zu wahren. Sie kämpfen allein weiter, statt offen zu sagen: Ich brauche Hilfe.
Dabei würden viele Unternehmer helfen, wenn man sie fragt.
Aber kaum jemand bittet rechtzeitig um Hilfe.
Genau das kann viel Lehrgeld kosten.
Neue Projekte brauchen Verantwortung
Zum Schluss spricht Markus über ein Learning, das besonders für Unternehmer mit vielen Ideen wichtig ist: Neue Projekte brauchen sofort eine verantwortliche Person.
Eine Projektleitung muss nicht immer ein Top-Experte sein. Aber es muss jemanden geben, der sich kümmert, nachhält und Verantwortung übernimmt.
Wenn kein Budget da ist, um jemanden zumindest teilweise für ein neues Projekt einzusetzen, ist es vielleicht noch zu früh, dieses Projekt zu starten.
Denn neue Ideen ohne klare Verantwortung werden schnell zu Baustellen, die Energie ziehen und nicht sauber umgesetzt werden.
Fazit
Diese Folge von „Kein Erfolg ist eine Absicht®“ zeigt: Fehler gehören zum Unternehmertum dazu. Aber viele Fehler müssen nicht doppelt gemacht werden.
Markus Mensch teilt seine Learnings aus fast 20 Jahren Marketing und Unternehmertum, damit andere Unternehmer schneller erkennen, wo sie sich selbst ausbremsen.
Die wichtigsten Erkenntnisse:
Ego-Entscheidungen kosten Fokus.
Falsche Kalkulation verhindert Wachstum.
Personal Branding sollte früh beginnen.
Delegieren ist kein Luxus.
Schlechte Mitarbeiter zu lange mitzuziehen ist teuer.
Marketing darf nicht nebenbei laufen.
Geld bleibt Chefsache.
Hilfe anzunehmen spart Lehrgeld.
Neue Projekte brauchen klare Verantwortung.
Am Ende geht es nicht darum, fehlerfrei zu werden.
Es geht darum, aus Fehlern schneller zu lernen und bessere Entscheidungen zu treffen.












































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